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Weiblichkeit 2017: Wie FemTech Frauen zu mehr Selbstbestimmtheit verhilft 

Oktober 18, 2017

BERLIN – Frauen fällt es schwer, über ihren Kinderwunsch zu sprechen. Vor allem dann, wenn er unerfüllt bleibt. 80% aller Frauen überschätzen ihre Fruchtbarkeit und glauben, sehr schnell und viel länger als realistisch Kinder bekommen zu können. Wenn eine Schwangerschaft dann eintritt, ist die Beziehung zwischen Frau und Arzt oft nicht so eng, dass Risikofaktoren entsprechend beachtet werden. Diese und viele weitere Erfahrungen haben Lea von Bidder, CEO und Mitgründerin des Zyklus-Trackers Ava, Silvia Hecher, CPO und Mitgründerin des Eizellreservetests ivary.io, und David Schärf, CEO und Gründer der Schwangerschafts-App Femisphere, in einem Journalistenfrühstück zusammengetragen.

Anlass des Journalistenfrühstück war das Thema „FemTech: Lange vernachlässigt, inzwischen innovativster digitaler Gesundheitsbereich. Warum tut sich gerade hier so viel?“. Es zeigte sich, dass Fruchtbarkeit und Schwangerschaft für alle drei Gründer nicht nur die Basis für ihr Business, sondern vielmehr eine Herzensangelegenheit sind.

Lea von Bidder: „Als einer unserer Mitgründer mit seiner Partnerin versuchte, schwanger zu werden, und das Paar erkannte, wie ungenau die Methoden zur Bestimmung der fruchtbaren Tage sind, war die Idee von Ava geboren. Frauen haben das Bedürfnis, ihren Körper besser kennenzulernen, und darauf gehen wir mit Ava ein.“ Das Ava-Armband wird in der Nacht getragen und zeichnet wichtige physische Funktionen auf. So können die fruchtbaren Tage im Zyklus genau bestimmt werden. Als nächsten Schritt soll das Armband auch mit Funktionen zur Überwachung der Schwangerschaft ausgestattet werden. Technologie bringt hier eine Verbesserung, wo man mit herkömmlichen Methoden wie Urinstreifentests an die Grenzen des Machbaren gekommen ist.
 

Genau um dieses Thema geht es auch Silvia Hecher, die mit ihrem start-up ivary Frauen erstmals eine langfristige Familienplanung möglich macht. „Die Art und Weise, wie Hormone im Labor bestimmt und an Ärzte und Patienten übermittelt werden, hat sich in den letzten 10 Jahren nicht verändert. Dabei können Hormonmessungen, die per se oft wenig Aussagekraft haben, für personalisierte Befunde und Empfehlungen herangezogen werden, wenn man sie mit einer Software kombiniert. Mit den bisherigen nichtssagenden Laborbefunden können viele Frauen nichts anfangen. Mit ivary ist es erstmals möglich zu bestimmen, wann eine Frau in ihrem Leben in welche Fruchtbarkeitsphase eintritt und wie viel Zeit ihr noch für die Realisierung eines Kinderwunsches bleibt.“ Das Risiko, ungewollt kinderlos zu bleiben, wird so vermindert.

Auf Risikoreduktion setzt auch David Schärf, dessen App Femisphere unter anderem dazu führen soll, dass Risikofaktoren wie Bluthochdruck in einer Schwangerschaft rechtzeitig erkannt und Schwangerschaftskomplikationen reduziert oder idealerweise verhindert werden. Schärf wünscht sich, dass Frauen erkennen, welche Vorteile ihnen die neuen Technologien bieten: „Die Gynäkologiepraxen sind voll. Kaum ein Arzt hat die Möglichkeit, sich eingehend mit seiner Patientin auseinanderzusetzen. In der Schwangerschaft können sehr schnell Situationen auftreten, die umgehend behandelt werden müssen, und sich dabei neuer Technologien zu bedienen, macht großen Sinn.“ Femisphere bietet bald die Möglichkeit kurzfristiger Videosprechstunden und Terminbuchungen mit Hebammen und Stillberaterinnen. So ist schnelle, persönliche Begleitung in sensiblen Situation möglich.

Dass Gynäkologen bei der Entwicklung und Anwendung von FemTech-Lösungen als Partner miteingebunden werden sollten, steht für alle drei Gründer fest. Hecher und Schärf unisono: „Wenn sowohl Frauen als auch Gynäkologen bewusst ist, dass neue Technologen für alle Betroffenen nur Vorteile bringen, haben wir unser Ziel erreicht. Schließlich ist unser aller Ziel, dass Frauen zwar zum einen mehr Wissen über ihren Körper haben, und ihre Fruchtbarkeit besser einschätzen. Zum anderen sollen Frauen aber natürlich dann zum Arzt gehen, wenn es die Situation erforderlich macht.“

Die Emotionalität der Gründer war vor allem spürbar, als es darum ging, wie im Jahr 2017 noch mit Weiblichkeit umgegangen wird: „Selbst in der Tamponwerbung wird versucht, die Menstruation zu verstecken. Mal ganz ehrlich: Welche Frau geht schon mit weißer Hose und Menstruationsbeschwerden locker und beschwingt auf eine Cocktailparty?“, fragte Lea von Bidder.

Darauf stieg Silvia Hecher ein: „Die Frauenmagazine sind voll mit Hollywood-Schauspielerinnen, die mit 45 stolz ihren Babybauch präsentieren. Dass 25% aller Frauen bereits mit Mitte 30 einen eingeschränkten Eizellvorrat haben und manche Frauen bereits mit Ende 20 unfruchtbar sind, ist weniger glamourös. Von diesen Frauen liest man in den Medien sehr wenig.“ Unfruchtbarkeit sei ein Stigma geworden, das unter anderem dazu geführt hat, dass sich Frauen weder ihrem engsten Freundeskreis noch ihrer Familie anvertrauen, wenn es Fruchtbarkeitsprobleme gibt. „Das gilt auch für das Thema Fehlgeburten“, weiß Schärf. „Rund 30% aller Schwangerschaften enden vor der 12. Schwangerschaftswoche, aber kaum jemand spricht darüber.“

Befragungen zeigen, dass sich die Stigmatisierung eingeschränkter Fruchtbarkeit von einem Land zum anderen kaum unterscheidet. Was sich sehr wohl unterscheidet, ist die Offenheit, mit der Frauen an Femtech herangehen. „In den USA sind Frauen viel eher bereit, neue Produkte auszuprobieren, die es ihnen erleichtern, ihren Körper besser kennenzulernen“, so von Bidder. „In Europa sind Frauen durchwegs skeptischer.“

Alle drei Unternehmer hoffen, dass Frauen Technologien als sinnvolle Helfer für Familienplanung und Schwangerschaft begreifen die Vorteile gegenüber bisherigen Methoden schätzen. Von Bidder geht davon aus, dass in den nächsten Jahren Technologien gewisse medizinische Produkte beziehungsweise Medikamente obsolet machen werden. So startet das Medizintechnikunternehmen Ava bald eine klinische Studie, um die Anwendbarkeit von Ava als zuverlässiges Verhütungsmittel zu überprüfen. Sie ist sich sicher, dass Frauen lieber regelmäßig das Armband tragen, als dauerhaft die Pille und damit Hormone einzunehmen.
 

Für David Schärf, Silvia Hecher und Lea von Bidder ist es längst überfällig, dass sich im Femtech-Bereich mehr tut. Denn Frauen schauen immer noch betreten zu Boden, wenn es darum geht, wie intensiv sie sich selbst mit ihrem Körper und ihrer Fruchtbarkeit auseinandersetzen.

 

Über die Unternehmen


Ava:

Ava ist ein medizintechnisches Unternehmen, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, Innovationen für die reproduktive Gesundheit von Frauen zu entwickeln. Das Ava-Armband, welches von The Bump mit dem „Best of Baby Tech CES 2017“-Preis für Fruchtbarkeit und Schwangerschaft ausgezeichnet wurde, ist das erste Produkt der Firma. Es nutzt Sensor-Technologie kombiniert mit klinisch getesteten wissenschaftlichen Daten, um die fruchtbaren Tage einer Frau in Echtzeit festzustellen. In Zukunft soll Ava auch als nicht-hormonelle Verhütungsmethode verwendet werden. Ava hat 12,3 Millionen US-Dollar als Seed- und Serie-A Finanzierung von Investoren erhalten. Das Unternehmen hat Niederlassungen in Zürich und San Francisco und wurde kürzlich mit dem „Top 100 Startup Award“ als vielversprechendstes Startup mit dem größten internationalen Wachstumspotenzial ausgezeichnet. Ava wurde 2014 von Lea von Bidder, Pascal Koenig, Philipp Tholen und Peter Stein gegründet.
 

Femisphere (Onelife Health):

Die App bietet werdenden Müttern medizinische Begleitung während ihrer Schwangerschaft und dem ersten Babyjahr. Durch die Eingabe ihrer Symptome erhalten Nutzerinnen in Echtzeit medizinische Rat- und Handlungsvorschläge. Gleichzeitig können sie sich mit Geburtshelfern vernetzen und ihre Untersuchungsergebnisse und Termine in einem digitalen Mutterpass jederzeit abrufen. Femisphere wird von namhaften Investoren, insbesondere Philips Healthcare, gefördert. In enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Hebammen sowie führenden Geburtskliniken, Versicherungen und Organisationen, wie der WHO und UNICEF, entwickelt die hinter der App stehende OneLife Health GmbH intelligente Gesundheitslösungen für Frauen. Femisphere ist 2016 mit dem Ziel erschienen, die Gesundheit von Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit zu verbessern. Die Onelife Health GmbH wurde 2014 von David Schärf und Marco Gatti, ehemalige Kollegen bei der weltweit führenden Digitalagentur SapientNitro, gegründet.

ivary:

Ziel von ivary ist, Frauen und Paaren informierte Entscheidungen bei ihrer Familienplanung zu ermöglichen. Grundlage der weiblichen Fruchtbarkeit ist die sogenannte Eizellreserve, die bestimmt, bis zu welchem Alter Frauen fruchtbar sind. Die Eizellreserve ist von Frau zu Frau stark unterschiedlich: Während manche Frauen nur bis Ende 20 Kinder bekommen Können, trifft dies auf andere Frauen bis zu einem Alter von Mitte 40 zu. ivary hat in Zusammenarbeit mit Kinderwunsch- Experten einen Software-gestützten Hormontest entwickelt, der das fruchtbare Fenster von Frauen analysiert und eine Einschätzung gibt, wie lange Frauen noch Kinder bekommen können. Der Test wird daheim durchgeführt und garantiert maximale Privatsphäre. Die Software von ivary basiert auf Daten von mehr als 130.000 Frauen inklusive einer von ivary durchgeführten multizentrischen klinischen Studie mit 1.000 Frauen. ivary wurde Ende 2014 von Silvia Hecher und Alexander Just in Wien gegründet. 

Pressekontakte


Maren Fliegner
press@avawoman.com
+ 49 (0) 30 23 45 66 75 

Alexandra Sbai

press@onelife.me
+49 (0) 152 59 38 2021